Disney, Halloween, Coca Cola, Burger, Donuts, The L Word, Sex and the City, Microsoft, Levi’s, Superstars……

Das Phänomen „Amerikanische Kultur“ (oder was man dafür hält) ist auf dem Vormarsch. Die Amerikanisierung in Deutschland lässt sich nicht mehr aufhalten.

Der ursprüngliche Begriff der „americanization“ bezog sich überwiegend auf Europäer, die als Immigranten nach Amerika kamen. Man wollte ihnen die amerikanischen Ideen vermitteln, ja sie sollten das amerikanische Wertesystem akzeptieren und letztendlich als ihr eigenes übernehmen. Da Emigranten früher meist die Verbindung zu ihrem Heimatland abbrachen, war die Bereitschaft, sich in die neue Kultur zu integrieren, vielleicht eher gegeben als in der Gegenwart.

Mittlerweile kommt der Begriff „Amerikanisierung“ auch im deutschen Kontext verstärkt zur Anwendung. Mit ihm verbunden ist die Annahme, Deutschland und andere Teile Europas und der Welt würden mit amerikanischen Produkten, Ideen und Leitbildern überschwemmt.

Diese Überflutung mit fremden Kultureinflüssen wurde anfangs vorwiegend von Intellektuellen als eine extrem negative Entwicklung angesehen, der es Einhalt zu gebieten galt. Während vor dem Zweiten Weltkrieg die Beeinflussung eher von Europa in Richtung Amerika verlief, kehrte sich der Strom nach dem Krieg um und verlief fortan überwiegend von Amerika nach Europa.

Hinsichtlich des technischen Fortschritts wurde Amerika weitgehend als führend betrachtet, was Kunst und Kultur betraf, sah man die USA als reine Kapitalisten, die der europäischen Kultur weit unterlegen waren. Dennoch hatten Kino, Jazz und Comics es geschafft, auch den europäischen Kultur- und Wirtschaftsraum zu erobern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich diese Phänomene weiterentwickelt und festgesetzt. Nun traten beispielsweise auch die Rockmusik, das Fernsehen und die Science-Fiction ihren Siegeszug an. Mit Hilfe des technischen, wirtschaftlichen und politischen Einflusses der USA entstand eine Massenkultur, die heute allgemein das Alltagsleben prägt und Amerika nach wie vor als entscheidende Referenzgröße darstellt. Unser Fernsehen zum Beispiel, das vom Alltag nicht mehr wegzudenken ist, ist der Amerikanisierung stark ausgeliefert, weil die Strategien des Medienmarktes nirgendwo sonst überboten werden können.

Der Filmexport boomt und die Populärkultur aus Amerika greift immer weiter um sich: Sie verlässt die heimischen Landesgrenzen und schwappt zu uns herüber.

Dies ist mittlerweile so alltäglich geworden und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Auch in der Sprache macht sich der Einfluss der USA bemerkbar. Die Wörter werden einfach aus dem englischen übernommen und üben mittlerweile einen großen Einfluss auf das deutsche Sprachgut aus, vor allem bei Jugendlichen. Jedoch ist Englisch in unserem Sprachgebrauch kaum mehr entbehrlich, denn würde man versuchen , gängige Wörter ins Deutsche zu übersetzen, sähe das in etwa so aus: Nachdem man den Computer gestiefelt und sich eingemeldet hat, startet man einen Blätterer. Übersetzung: Nachdem man den Computer gebootet und sich eingeloggt hat, startet man den Browser.

In der Computersprache noch durchaus verständlich, aber wie ist es mit anderen Wörtern? Homie z.B. abgeleitet von dem engl. Homeboy Bedeutung: guter Freund. Oder das Wort Dissen abgeleitet vom englischen Verb „to dish“ Bedeutung: Sich abfällig äußern.

Diese Begriffe stammen ursprünglich aus der amerikanischen Hip-Hop-Szene. Schaltet man das Radio, Viva oder MTV an, wird man regelrecht von englischsprachigen Songs erschlagen.

Anders in Frankreich, wo die französische Regierung den „Kampf gegen die sprachliche Amerikanisierung“ angegangen ist und Pflichtquoten für die französische Musik und Filme eingeführt hat.

Im Zuge der Globalisierung ist es sicherlich ein großer Schritt nach vorne. Aber ist es in Sachen Völkerverständigung denn immer sinnvoll?

Meist ist es doch eher lächerlich, wie manche Menschen vorgeben, so international zu sein. „Nicht wahr Darling“ oder „Ich habe später noch ein Meeting“ statt einer Besprechung. In Sachen Mode macht sich Amerika ebenfalls bemerkbar: Man denke da mal an Cargo Pants oder Army Parker. Und wer setzt diese „Trends“?

Ganz klar, die Stars und Sternchen wie Jennifer Lopez, Beyonce Knowles, Puff Daddy oder auch Wu-Tang, die sogar eigene Modelabels haben wovon einige durch den Verkauf ihrer Mode teilweise mehr Geld verdienen als mit Ihrer Musik. Carry Bredshaw aus Sex and the City suggeriert, wie wichtig Kleidung ist, und setzt mit teuren Outfits Trends, die zum nachmachen animieren.

Ganz Typisch für Amerika: Fast Food

Können Sie sich noch ein Leben ohne MC Donalds, Kentucky oder Burger King vorstellen? Wohl kaum. Jedoch ist es bei uns noch nicht ganz so schlimm, denn hier gibt es noch keinen Absatz für XXXL Menüs mit 3L Cola und das ist auch gut so, denn in einem darf Amerika überhaupt kein Vorbild werden: Nämlich was das Körpergewicht des typischen Amerikaners angeht.

Globalisierung hin oder her, aber ein Land wie unseres sollte sich mit all seinen Eigenheiten und Traditionen treu bleiben und nicht die schlechten Eigenschaften anderer Kulturen übernehmen.

Euer Infohammer