Den Bestäubungsjob müssten dann Insektenkollegen übernehmen. Die Hummeln hätten bestimmt nichts dagegen. Auch der Feuerwehr käme eine bienenlose Welt nicht ungelegen – keine hysterischen Notrufe mehr von Bürgern, die ein Bienenschwarm von ihrer Terrasse vertrieben hat und die jetzt aus sicherer Entfernung zusehen müssen, wie eine riesige Traube aus Bienen an einem Ast hängt, während auf dem Gartentisch darunter der Kaffee kalt, der Kuchen in der Sonne unansehnlich und die Sahne sauer wird.

Das könnte also bestimmt nicht passieren, aber auf Bienenstich müsste das Kaffeekränzchen dann auch verzichten. Allerdings wäre es vor Bienenstichen sicher. Vielleicht verhielten sich die Wespen dafür umso frecher. Ganz sicher wäre die chinesische Küche ohne Bienehonig um einige Entenrezepte ärmer. Dafür hätten die Hersteller von Konfitüren. Zuckerrrübensirup und Nuss-Nugat-Creme einen Konkurrenten im Marktsegment der süßen Brotaufstriche weniger.

Wenn es keine Bienen gäbe, wäre unsere Sprache wohl nicht Deutsch, sondern irgendeine Art Romanisch. Denn ohne Bienen kein Honig, ohne Honig kein Met und ohne Met hätten sich die Germanen keinen Mut antrinken können, um die römische Übermacht im Teutoburger Wald zu überfallen und vernichtend zu schlagen. Sie wären wohl Lateinisch sprechende Untertanen Roms geworden.

Eine Kindheit ohne Biene Maja und ihren Kumpel Willi, ein Frühstück ohne Honigbrötchen? Und was sollte der beflissenen Mitarbeiter seinem Chef um den Bart schmieren, wenn nicht Honig? Bienenfleißigen Workaholics gefiele es bestimmt nicht, bezeichnete sie man als ameisenemsig. Andererseits: Problembär Bruno könnte vielleicht heute noch leben, weil er niemals Bienenstöcke geplündert hätte. Doch keine Bienen mehr zu haben wäre noch schlimmer als der Verlust eines kriminellen Braunbären. So erklären wir mit Heinz Erhardt voller Respekt: „Sehr geehrte Honigbienen! Wir Verbraucher danken Ihnen!