Demokratie: Herrschaft des Volkes
Historische Texte zur Demokratie
Herrschaft und Freiheit

Athener: Wir behaupten also, dass ein Staat, angenommen, dass er sich erhalten und, soweit es Menschen vergönnt ist, ein glückliches Dasein führen will, notwendig und unbedingt in der Verteilung der Ehren und Ehrenentziehungen richtig verfahren muss. Die Richtigkeit beruht aber nun darauf, dass als die wertvollsten und obersten Güter die der Seele gelten, deren Voraussetzung die besonnene Mäßigung ist; an zweiter Stelle stehen dann die körperlichen Vorzüge und Güter; und an dritter die sogenannten Glücksgüter die sich auf Vermögen und Geldbesitz beziehen. Weicht ein Gesetzgeber oder ein Staat von dieser Rangordnung ab, indem er entweder dem vermögen Ansprüche auf Ehrungen zuerteilt oder sonst etwas dem Werte nach niedriger Stehendes in die höhere Ehrenstelle erhebt, so wäre das eine Handlungsweise, die weder Gott wohlgefällig noch eines wirklichen Staatsmannes würdig ist. Soll diese unsere Behauptung Geltung haben oder wie?