Es scheint, als würden Männer und Frauen von komplett unterschiedlichen Planteten abstammen. Nicht nur, dass wir von der „nackten Frontseite“ betrachtet anders sind, auch unser Denken und Handeln könnte kontroverser nicht sein.

Die Probleme mit denen Mann und Frau heute konfrontiert sind, nehmen ihren Anfang, sobald wir vergessen, dass wir in unseren Wesen verschieden sind. Männer erwarten immer noch von Frauen, dass sie denken und reagieren wie Männer. Frauen erwarten von Männern, dass sie sich benehmen wie Frauen. Ohne ein klares Bewusstsein für unsere Andersartigkeit, können wir uns niemals tolerieren und machen das Miteinander ziemlich schwer. Dieses Thema bietet äußerst interessante Einblicke. Auf den folgenden Seiten finden Sie wissenschaftlich erprobte Übersetzungen und Tipps für den Alltag, um den Liebenden vielleicht etwas mehr Verständnis für das andere Geschlecht schenken zu können.

Vorab eine kurze Zusammenfassung über die Eigenheiten der Geschlechter:

Männer – schätzen es Macht zu haben, Leistung zu bringen, effizient zu arbeiten und kompetente Realisten zu sein. Sie tun ständig Dinge um sich selbst zu beweisen, dass sie etwas können und entwickeln dabei ihre Fertigkeiten und ihre Kraft. Erfüllung finden sie in erster Linie im Erfolg. Das Erreichen von Zielen ist für einen Mann äußerst wichtig, denn es ist seine beste Möglichkeit Kompetenz zu beweisen. Wenn ihm jemand etwas abnimmt, hat er kein gutes Gefühl dabei.

Männer sind stolz darauf Dinge ganz allein zu tun. Dies lässt nun einer Frau begreiflich werden, warum ein Mann sich widersetzt, sobald sie ihn verbessern oder helfen will. Einem Mann ungefragt einen Ratschlag zu erteilen heißt für Ihn, dass man davon ausgeht, dass er es nicht alleine bewältigen kann. Männer behalten ihre Probleme meist für sich, da es als Schwäche empfunden wird, Hilfe anzunehmen. Deshalb ziehen sie sich in schwierigen Zeiten in die Höhle ihrer Gedanken zurück, um eine Lösung zu finden und wirken in ihrer Beziehung oft distanzierter.

Frauen – haben andere Prioritäten, denn sie schätzen die Kommunikation, Beziehungen, Romantik, Liebe und den Sinn für schöne Dinge.

Sie verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit einander zu helfen und Mitgefühl zu zeigen.

Frauen erleben Erfüllung durch Mitteilen und Unterstützung. Anteilnahme und Verständnis stellen Ihre Quelle der Befriedigung dar. Weil es Frauen nicht so wichtig ist ihre eigene Kompetenz unter Beweis zu stellen, gilt es auch nicht als Beleidigung Hilfe anzubieten. Es ist auch kein Zeichen für Schwäche, Hilfe in Anspruch zu nehmen, da es für sie eher ein Kompliment ist. Sie fühlen sich dadurch geliebt und verstanden.

Wenn eine Frau gestresst ist, fühlt sie instinktiv das Bedürfnis über ihre Gefühle und Probleme zu sprechen. Frauen glauben auch fest daran, dass alles noch besser funktionieren kann, selbst wenn es schon gut funktioniert.

Es liegt in ihrem Wesen Dinge zu verbessern, denn Rat und konstruktive Kritik sind für Frauen ein Liebesbeweis. Männer dagegen sind ergebnisorientiert und wenn etwas funktioniert, braucht man es nicht zu verändern.

Der Sprachführer Mann sagt – Frau meint

Frauen haben ein großes Problem mit der Formulierung, da sie meist nicht direkt fragen können und Dinge umschreiben. Das macht es den Männern schwer, die Partnerin zu verstehen.

Hier ein paar wissenschaftliche Hilfsbeispiele:

Was er hört, wenn sie nicht direkt fragt.

Was sie sagen sollte - kurz und direkt:
Holst du bitte die Kinder ab?
Was sie nicht sagen sollte:
Die Kinder müssen abgeholt werden, ich habe dazu keine Zeit.
Was er hört wenn sie indirekt fragt.
Wenn du die Kinder abholen kannst, dann tu es, andernfalls fühle ich mich von dir alleingelassen und entziehe dir meine Zuneigung. (Forderung)

Was sie sagen sollte:
Fegst du bitte den Hof?
Was sie nicht sagen sollte:
Der Hof ist total verdreckt!
Was er hört:
Du hast schon wieder vergessen den Hof zu fegen. Du solltest mehr Verantwortung zeigen. Ich habe keine Lust dich dauernd daran zu erinnern. (Zurückweisung)

Was sie sagen sollte:
Kannst du etwas Zeit erübrigen, um mit mir zu reden?
Was sie nicht sagen sollte:
Wir müssen reden. Was er hört: Es ist dein Fehler, dass wir nicht genug miteinander reden. Du solltest öfter mit mir reden. (Schuldzuweisung)

Wie man einen Mann richtig um Hilfe bittet, ist eigentlich ganz einfach.
Versuchen Sie möglichst immer die W-Wörter zu benutzen.

Hier ein paar Hilfsmittel:

Seien Sie direkt (siehe oben)!
Fassen Sie sich kurz!

Sagen Sie „Würdest du?“ oder „Willst du?“

Wie man einen Mann richtig um Hilfe bittet:
Würdest du die Sachen aus dem Auto holen?
Wie man einen Mann nicht richtig um Hilfe bitten sollte:
Ich habe noch vier Einkaufstüten im Auto. Ich brauche die Sachen, um das Abendessen vorzubereiten. Kannst du sie hereinholen?
Wie man richtig um Hilfe bittet:
Würdest du bitte den Müll ausleeren?
Wie man nicht um Hilfe bitten sollte:
Diese Küche ist ein Schweinestall. In diesen Mülleimer passt nichts mehr rein. Er muss runtergebracht werden. Kannst du das machen?

Die Sprache der Frauen zur Hilfe der Männer.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Auszügen aus dem weiblichen Sprachgebrauch. Die drei häufigsten Beschwerden werden übersetzt, damit jeder Mann ihre wirkliche Bedeutung verstehen kann. In jeder Übersetzung finden Sie Hinweise auf eine mögliche Reaktion, die im Sinne Ihrer Partnerin wäre. Wenn ein Mann einer Frau zuhört und ihre Anfrage „zwischen den Zeilen“ versteht und entsprechend reagiert, wird sie sich verstanden fühlen und somit haben beide ein liebevolleres Leben.

Frau: „Nie gehen wir aus!“
Mann: „Ich habe Lust, wieder einmal auszugehen und etwas mit dir zu unternehmen. Wir haben immer soviel Spaß miteinander. Ich bin gern mit dir zusammen. Was meinst du? Lädst du mich zum Essen ein? Es wird Zeit dass wir mal wieder ausgehen.“
Kommentar: Ohne die Übersetzung könnte ein Mann, wenn die Frau sagt „Nie gehen wir aus“ womöglich verstehen: „Du bist überhaupt nicht bemüht! Was für ein Langweiler aus dir geworden ist! Wir unternehmen nie etwas zusammen! Du bist faul, unromantisch und langweilig!“

Frau: „Ich bin unglaublich müde, ich kann einfach nicht mehr!“
Mann: „Ich hatte heute einen harten Tag. Ich muss mich erst ausruhen bevor ich etwas anderes anfangen kann. Ich bin so froh, dass du bei mir bist. Nimm mich doch einmal in den Arm und sag mir, dass ich meine Sache gut mache und eine Ruhepause verdient habe.“
Kommentar: Ohne diese Übersetzung würde ein Mann womöglich verstehen: “Ich mache immer alles und du machst überhaupt nichts! Du solltest mehr tun. Schließlich kann ich ja nicht alles machen! Ich fühle mich völlig hoffnungslos. Hätte ich doch einen echten Mann geheiratet. Dass ich dich genommen habe war ein Fehler!“

Frau: „Du liebst mich überhaupt nicht mehr!“
Mann: „Ich habe heute das Gefühl, du liebst mich nicht mehr. Ich habe Angst, dass ich dich verletzt haben könnte. Ich weiß du liebst mich, denn ich sehe wie viel du für mich tust. Heute fühle ich mich jedoch ein wenig unsicher. Würdest du mir helfen und mir Sicherheit geben indem du mir die drei magischen Worte sagst. Wenn du das tust, fühle ich mich gleich besser!“
Kommentar: Ohne diese Übersetzung würde ein Mann verstehen: „Ich habe dir die besten Jahre meines Lebens geschenkt und du hast mir gar nichts gegeben. Du hast mich benutzt. Du bist egoistisch und kalt. Du tust nur das, was du willst und nutzt allein dir selbst. Du machst dir aus niemanden etwas. Ich muss ein Idiot gewesen sein dich zu lieben!“

Zum Schluss, wenn wir endlich aufhören würden uns gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben und uns einfach daran erinnern, dass wir anders sind, müssten wir vielleicht nicht sofort an die Scheidung denken. Es gab doch schließlich einmal einen wundervollen Grund warum man sich mit seinen Partner eingelassen hat. Versuchen Sie es einfach.

Buchtipp: Männer sind anders Frauen auch von John Gray.