Do 31 Jul 2008
Das Come-Back von Superman! DVD - Tipp
Abgelegt unter DVD :: ::Gestern dachte ich mir, verbringe doch deinen Feierabend mit einer DVD. In Erinnerung an meine längst vergangene Jugend gab ich mir „Superman Returns“.
Schon frage ich mich: Warum „Returns“? War er denn weg? In Urlaub? Krank? Oder evtl. sogar Hartz IV? Ich dachte, Superman war schon immer da, gab es ihn doch schon als Superboy. Bei Batman habe ich es ja noch verstanden: Batman Beginns! Klar, Bruce Wayne wandelt sich zu Batman und beginnt die bösen Jungs aufzumischen, nachvollziehbar und schlüssig. Aber das Supermann weg war und dann zu seinem Revival des eigentlich allerersten Superman-Streifens zurück kommt, ist sonderbar.
Unabhängig von der Qualität des so genannten Blockbusters - die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden - löste der Film eine Flut von Denkanstössen in meinem Kopf aus, welche gründlich sortiert folgende Schlussfolgerungen ergaben: Superman (vor allen Dingen der neue) ist vermutlich der schwulste Hetero von einem fernen Planeten, den die Erde jemals gesehen hat.
Knackig steht er da, in seinem Latex- Strumpfhosen- Outfit. Dezent, aber doch muskulös, breit und definiert zieht er neidische Blicke vieler Amateurhelden auf sich. Frauen verhalten sich beim Thema „Superman“ entschieden zurückhaltend bis desinteressiert. Vielleicht noch die Frisur von Luis Lane und das nette Kostümchen sind ein oder zwei missbilligende Sätze wert.
Superman ist definitiv der einzige Superheld, der sich von seiner normalen Identität in eine Geheimidentität verwandelt. Superman wird zu Clark Kent. Hingegen Bruce Wayne zu Batman wird. Peter Parker wird Spiderman usw.
Der stählerne Held ist auch der einzige seiner Gattung, welcher ohne Maske auskommt. Ihm genügt eine Locke und eine Brille, um sein wahres Gesicht zu verbergen. Supermans Beziehung zum weiblichen Geschlecht kann man getrost als „gestört“ bezeichnen.
Mrs. Lane, eine schöne und äußerst attraktive Frau, wird immer wenn es spannend wird vom „Helden“ allein gelassen. Ein Austausch von Körperflüssigkeiten findet nicht statt. Obwohl sich bestimmt jeder schon mal gefragt hat, ob denn alles so „stählern“ ist wie der sichtbare Rest.
Die Schlussfolgerung er wäre „gay“ liegt da nahe. Oder auf Krypton (das ist die Homebase von Superman) herrschen einfach andere Arten der geschlechtlichen Liebe.
Es könnte auch an der grünen Sonne liegen, die diesen Planten bestrahlt, dass da keiner so richtigen Bock auf Sex hat.
Superman wohnt am Nordpol. Sozusagen „Am Nordpol 2“, denn, wie allgemein bekannt, wohnt auch der Weihnachtsmann in der Arktis. Und da es den ohne Frage schon länger gibt als Supie, wird der folgerichtig in seinem Ausweis „Am Nordpol 1” stehen haben. Es sei denn, die beiden würden sich je eine Doppelhaushälfte teilen, dann wäre es „Am Nordpol 1A“.
Unser Held kann fliegen. Aber nur bei uns. Auf seinem Heimatplaneten ist er nämlich (ohne geeignetes Fluggerät) nur Fußgänger und müsste auch für eventuelle Superkräfte tüchtig ins Fitness-Studio gehen. Denn all die hervorstechenden Supereigenschaften verdankt er nur der roten Sonne, welche auf unsere Mutter Erde strahlt. Eine etwas andere Art der Sonnenallergie.
Und genau das macht ihn zu einer Art Freak. Noch dazu der einzige seiner Art, wird er vermutlich durch ständige Neurosen und Selbstzweifel geplagt mit seinem Gott-Syndrom zu kämpfen haben. Könnte er doch spielend unter Zuhilfenahme seiner Superkräfte im Handumdrehen unseren Planeten unterjochen und sich selbst an die Spitze aller Macht stellen. Aber was macht er stattdessen? Superman rettet lieber die Schwachen und Unterdrückten, anstatt selber zum Unterdrücker zu werden!
Supermans Wirkungskreis ist die Welt mit Schwerpunkt USA. Die Bekämpfung der Bedrohung durch so genannte Superschurken ist sein Tagesgeschäft. Für politische Ziele kann man ihn (vermutlich auch aufgrund seiner Parteilosigkeit) nicht gewinnen.
Andere Einnahme-Quellen hat und braucht er anscheinend nicht. Sein VIP-Super- Bonus öffnet ihm alle Türen und versorgt Superman mit allem, was das Heldenherz benötigt. Öffentlichkeitsarbeit leistet er nur eingeschränkt. Auch für „Super-Markt-Eröffnungen oder anderen Einweihungsfesten steht er als Promi nicht so gern zur Verfügung. Als Ehrengast beim amerikanischen „Super“- Bowl vermisst man ihn ebenfalls. Und als Co-Star in Nintendos Neuauflage von „Super“-Mario Brothers will er auch nicht herhalten. Zudem haben wir noch keine Vermarktung seines Outfits durch kleine aufgenähte Labels feststellen können.
Vielleicht hat Superman aber auch die alleinigen und weltweiten Rechte zur Vermarktung des Begriffes SUPER, was dann nämlich auch die Protzvilla am Nordpol erklären würde, welche im Unterhalt bestimmt auch eine Stange Bares jeden Monat kostet.
Die Zukunft von Superman ist ungewiss.
Klar, die Filmindustrie wird vermutlich mit Titeln wie „Superman Returns Again“ auf den allgemeinen Fortsetzungszug aufspringen. Ob er allerdings den Flair vergangener Zeiten noch mal einholen kann, oder es besser gewesen wäre, in dort zu lassen von wo er zurück gekehrt ist, bleibt abzuwarten.