Die moderne Kommunikation macht vieles leichter. Frauen nicht unbedingt. Mein Handy vibrierte und blinkte, das Display leuchtete auf und signalisierte mir: Kurzmitteilung empfangen von 0175-4285xxx…

Bock mit mir auf eine Party zu gehen?“, stand in der SMS, die von einer jungen Dame abgeschickt worden war, der ich das Wochenende davor meine Nummer zusteckte. Klar hatte ich Lust! Jedenfalls mehr als auf die kalte Pizza und die warme Playstation.

Um 23 Uhr stand mein frisch geduschter Körper und mein leicht benebelter Verstand vor ihrem Haus. Sie öffnete im kurzen Minirock und einem Chiffonhemd die Wohnungstür. „Der Abend beginnt ja interessant“, dachte ich mir.

Auf der Party in dem stillgelegten Schlachthof stürmte sie sofort auf die Tanzfläche. Ich blieb an der Bar und beobachtete, wie ihre Augen jedem männlichem Wesen unablässig Signale zublinkten. Bald bildete sich ein Fleischring von Interessenten um sie, wo jeder einzelne einen global anerkannten Fruchtbarkeitstanz vorführte. Alle 20 Minuten brach Sie aus der Umzingelung, stürzte zu mir an den Tresen und rief: „Rette mich! Die wollen alle was von mir!

Natürlich wollten sie was von ihr, so leicht bekleidet! Um uns herum waren plötzlich nur noch Kerle, die sie mit einem triefenden Blick ansahen, als würde die Dame den Liter Sprit für 39 Cent verkaufen.

Nachdem ich bis 3 Uhr morgens keine Anstalten gemacht hatte, mich zu engagieren, lud sie mich, etwas angetrunken, in ihre Wohnung ein. Noch die letzte Thujon-Limo mit Zucker weggekippt und schon fuhren wir mit dem Taxi zu ihrer Bude. Die ganze volle Fahrt lang erzählte sie mir mit einem gewissen erotischen Unterton, dass diese Nacht noch sehr interessant werde für mich.

Dort angekommen lagen wir auf dem Bett, wo sie den Mini gegen einen Seidenkimono tauschte und mich küsste. Da die junge Dame den ein oder anderen Absinth mit mir zu viel getrunken hatte, landeten ihre Lippen überall in meinem Gesicht, nur nicht auf dem Mund.

In Abständen wanderte ihre Hand in meine Boxershorts. „Ooooch nein!“, flüsterte sie und ließ die Hand wieder wie David Coperfield im Kimono-Ärmel verschwinden. „Sooo gut kennen wir uns nun wirklich noch nicht!“ Wie sie so vor mir lag, war mir, als hörte ich einen von weither kommenden Gesang: „Iiich biin von Kopf bis Fuuuß auf Verarschung eingestellt, denn das ist meine Welt und sonst gaaar niiichts!

Zwei Stunden lang hinderte sie mich mit ihren debilen Fummelspielchen am Einschlafen, dann sprang ich auf und zog mich an. „Nöööö, bleib da!“ schrie sie. OK , runter mit den Klamotten und wieder zurück in ihr Bett.

Unter dem Flug auf die Matratze riss ich ihr (im Matrixstyle) den Kimono runter. „Neeeeiiiin!!!!“, brüllte sie. „Tu es nicht! Ich bin schwer krank!

Schwer krank? Oh ja, das war sie wirklich!

Ein zweites Mal zog ich mich an und ging in stiller Bewunderung für ihre geniale Deeskalationsstrategie.

Eine Woche später sah ich sie in ihrem Auto an der Ampel vor ihrem Hauseingang. Neben ihr saß ein Mann, der naiv lächelte, ganz offensichtlich aus Vorfreude auf eine heiße Nacht. „Geh da um Himmels Willen nicht mit!“, flüsterte ich ihm durchs Beifahrerfenster zu, während sie die Scheibe eilig hochkurbelte. Aber mit einer Sache hatte sie vollkommen recht, es war eine absolut interessante Nacht für mich.