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Heroin (Diacetylmorphin) gehört zur Gruppe der Opiate und wird aus Rohopium hergestellt. Opium ist der eingetrocknete Milchsaft des Schlafmohns. Im Körper wird es zu Morphin umgewandelt. Der Name Heroin kommt von “heroisch” im Sinne von heroischer Wirkung.

Kaum jemand weiß, dass die Pharma Firma Bayer den Suchtstoff entwickelte. Entdeckt hatte ihn der englische Chemiker C. R. Wright. Am 21. August 1897 hatte Felix Hoffmann (Erfinder des Aspirin), ein Chemiker von Bayer, in seinem Labor die Substanz Diacetylmorphin zusammen gemischt.

Somit war es Bayer als erster Firma gelungen, den Stoff (eine Mischung aus Morphin und Essigsäure) fabrikmäßig herzustellen. Als Fische, Meerschweinchen und Katzen das neue Mittel schluckten und überlebten, mussten Werksangehörige und dessen Kinder ran.

Tote gab es nicht, Süchtige auch nicht, und kaum ein Jahr später brachte der Konzern das Mittel, unter Verzicht auf gründliche klinische Tests, auf den Markt. Bayer bewarb Heroin als Hustenmedizin für Kinder, der Stoff sei ungefährlich, erzeuge keinerlei Abhängigkeit und wäre sogar bei Darmkoliken von Säuglingen wirksam. Heroin wurde schnell zum Kassenschlager. Bayer startete im Jahr 1900 einen bis dahin noch nie dagewesenen Werbefeldzug. Auf dem ganzen Globus lobten Anzeigen in zwölf Sprachen das Mittel in den höchsten Tönen. Bayer verschickte Tausende von Gratisproben an Ärzte, die es schon bald als „Allheilmittel“ einsetzten. Im Jahre 1904 wurde erkannt, das Heroin ebenso wie Morphin zur schnellen Gewöhnung und Abhängigkeit führt.

Zur Droge entwickelte sich Heroin ab ca. 1910 vor allem in den USA, wo Morphin- und Opiumsucht weit verbreitet waren. Denn dort stiegen viele auf die leicht erhältliche Substanz um, als bekannt wurde, dass Heroin geraucht oder gespritzt eine viel stärkere Wirkung hatte. Die Zahl der Heroinabhängigen explodierte, was bald zu Gegenmaßnahmen des Staates führte. Im Jahre 1931 wurde Heroin aus dem Angebot der Firma Bayer entfernt und die Produktion eingestellt. In Deutschland war es jedoch noch bis 1958 erhältlich und wurde erst 1971 mit dem Betäubungsmittelgesetz endgültig verboten. Danach entwickelte sich eine illegale Drogenszene, es kam zu ersten Opfern des illegalen Heroinkonsums.

Reines Heroin ist am Schwarzmarkt kaum erhältlich. Meist ist es mit wirkungslosen Streckmitteln, die eine ähnliche Konsistenz haben, versetzt. Um die Wirkung von minderwertigem Heroin zu steigern, werden oft sedierende Medikamente wie Valium, Rohypnol oder Designeropiate wie Fentanylderivate beigemischt. Eine Untersuchung des Gesundheitsministeriums bestätigt, dass 72 % aller Todesfälle durch “unbeabsichtigte Dosierung”, bedingt durch Qualitätsschwankungen auf dem Schwarzmarkt, verursacht werden. Lediglich 11% der untersuchten Todesfälle waren auf den sprichwörtlichen suizidalen “Goldenen Schuss” zurückzuführen.

Heroin wird heute legal nur noch in einem Land hergestellt – in Großbritannien. Die Briten schätzen es als wirksames Schmerzmittel und verbrauchen rund 300 Kilogramm im Jahr.

Einnahme und Wirkung:
Heroin wird meist intravenös injiziert (“fixen”). Dazu wird es auf einem Löffel mit Zitronensäure oder Vitamin C und Wasser erhitzt. Man kann es auch auf einer Folie verdampfen und inhalieren (“Folie rauchen”) oder wie Kokain schnupfen (“ziehen”). Selten wird es auch mit Tabak geraucht. Der Heroinrausch wird meist als glückseliger Zustand erlebt. Er ist von Euphorie, Ruhe und Ausgeglichenheit geprägt. Depressionen und persönliche Probleme treten in den Hintergrund und Schmerzen werden nicht empfunden. Nach dem Spritzen fühlt man einige Sekunden lang einen “Flash” oder “Rush”. Das ist der Moment, in dem die Wirkung einsetzt.

Beim Rauchen oder Schnupfen kommt die Wirkung langsamer und milder und klingt meist auch sanfter aus. Oft kommt es zu Erbrechen, das allerdings als angenehm und befreiend empfunden wird. Von den heute gebräuchlichen Drogen ist Heroin nach Crack und Crystel Meth die suchterzeugendste. Wenn man beginnt Heroin intravenös zu injizieren, ist eine Abhängigkeit meist schon vorprogrammiert. Die Heroinsucht ist sowohl eine körperliche, als auch eine psychische. Da sich der Körper schnell an die Droge gewöhnt, wird die Wirkung bald schwächer und die erforderliche Dosis erhöht sich. Ein Süchtiger kann täglich mehrere Hundert Euro für Heroin benötigen.

Dies führt oft zu Beschaffungskriminalität und illegaler Prostitution. Bei Entzug treten unerträgliche Gelenkschmerzen, Zittern und Herz- und Kreislaufprobleme auf. Die Entzugserscheinungen sind ohne Heroinersatz wie Methadon kaum erträglich und können sogar zum Tode führen. Der Einsatz von anderen Opiaten als Ersatz ist jedoch nicht unbedenklich, da es zu einer neuerlichen Abhängigkeit führen kann. Besonders bei Ärzten und Apothekern, die relativ leichten Zugang zu reinen Opiaten haben, ist bis heute der Konsum von Morphium und ähnlichen Substanzen nicht selten. Abgesehen von der Sucht haben diese Leute kaum Probleme mit ihrem Drogenkonsum und sind auch nicht auffällig.

Gerade heute Mittag ist mir unter dem Schreiben mein Stift geschmolzen und der Notizblock hat sich spontan entzündet.

Von den Wänden rollt die Farbe in breiten schwitzenden Bahnen und der Laminatboden wirft Blasen.

Unser Grafiker hat sich bis auf Weiteres hinter sieben genau aufeinander abgestimmten Ventilatoren verbarrikadiert und eine Mitarbeiterin wurde beobachtet, wie Sie die Kühlschranktür in der Büroküche entfernt hat, um so das Klima zu beeinflussen.

Unser Praktikant schiebt freiwillig seit einer Woche Kellerdienst im Archiv und der Rest der Mannschaft versucht unserer Chefredakteurin mit Geschenken, Überstunden und sogar Sexdienstleistungen davon zu überzeugen, dass gerade sie zur Zeit einen Assistenten benötigt. Ob das nun am Arbeitsaufwand liegt oder an der Tatsache, dass unsere Chefin den einzigen Raum in unserer Firma mit Klimaanlage besitzt ist noch unklar.

Unsere Rechner melden minütlich Systemfehler wegen Überlastung und die größte Strafe in unserem Büro ist es momentan, mit dem Firmensmart Besorgungen zu erledigen. Aufgrund seiner schicken schwarzen Außenfarbe lässt sich die Innentemperatur auf einem herkömmlichen Thermometer nicht mehr ablesen. Der Büro-Kaffee wird mit Eiswürfel auf trinkbare Grade gebracht und unser Wasserspender beim Empfang ist als Treffpunkt in diesen Tagen so begehrt wie ein kalter Brunnen mitten in einem Gebirgsdorf.

Und schon schweifen meine Gedanken wieder ab.

Warum ist es meistens zu heiß? Oder zu kalt? Warum hört man: Es regnet zu viel. Oder das es zu trocken ist? Gibt es nur vier bis sieben „richtige“ Tage im Jahr. Da wo alles klimamäßig perfekt läuft und jeweiligen Region sagen: Heute war es einfach nur schön.

Nur was ist schön für den Einzelnen? Kann das für die Masse gelten oder sind wir als Mensch auch regional gesehen zu unterschiedlich.

Wenn es für die einen zu kalt ist kann der Andere schon schwitzen. Wo es für einen genug ist mit der Sonne, fängt ein anderer gerade an aufzublühen.

Es gibt Menschen die lieben den Regen und andere versinken schon bei ein paar Tropfen in tiefen Depressionen.

Ich merke schon, so einfach lässt sich diese Frage nicht klären und ich begebe mich in der größten Hitze auf die Strasse, um dort vielleicht in der sengenden Sonne eine Lösung zu finden.

Wenig Hunde, aber meist gutgelaunte Menschen tummeln sich da auf den Gehwegen. Alles läuft irgendwie langsamer, geradezu entspannter ab.

Es fehlt der Stress, oder zum Beispiel die Hektik eines Herbsttages in einer Großstadt. Schon mal erlebt? Geradezu grauenhaft und kein Vergleich zu dieser Sommerharmonie, welche ich gerade erlebe. Also suche ich weiter nach den gestresst Verschwitzten, den hektisch Durchnässten, treffe aber nur hier und da mal Bürohengste, welche sich auf der Straße anscheinend Luft verschaffen.

Sehr überrascht hat mich daraufhin Erkenntnis Nummer eins: Hitze ist anscheinend ein Problem in Räumen. Auf der Strasse sind mir wesentlich weniger gequälte Gesichter aufgefallen als bei uns im Büro und darauf folgte gleich Erkenntnis Nummer zwei: Es gibt für jedes Wetter auch den richtigen Aufenthaltsort. Und einer davon ist ein Biergarten, unter Kastanienbäumen, an einem kleinen Bach. Ihr wisst was ich meine.

Und kaum habe ich einen dieser Ort (nur zum Zwecke der Recherche) aufgesucht, erschließt sich mir mit Erkenntnis drei auch die Antwort auf meine Fragen: Es ist scheißegal. Es einfach zu heiß! Zu heiß zum Arbeiten, zu heiß zum Denken und auch wenn es jetzt schneien würde dann wäre es immer noch zu heiß.

Deshalb bestelle ich nun die zweite Maß Radler, denke an meine vor schweiß triefenden Kollegen und nehme mir für die Zukunft vor, keine der großen offenen Fragen der Welt im Sommer klären zu wollen. Schon gar nicht wenn es so heiß ist. In diesem Sinne verordne ich mir Hitzefrei.

Es scheint, als würden Männer und Frauen von komplett unterschiedlichen Planteten abstammen. Nicht nur, dass wir von der „nackten Frontseite“ betrachtet anders sind, auch unser Denken und Handeln könnte kontroverser nicht sein.

Die Probleme mit denen Mann und Frau heute konfrontiert sind, nehmen ihren Anfang, sobald wir vergessen, dass wir in unseren Wesen verschieden sind. Männer erwarten immer noch von Frauen, dass sie denken und reagieren wie Männer. Frauen erwarten von Männern, dass sie sich benehmen wie Frauen. Ohne ein klares Bewusstsein für unsere Andersartigkeit, können wir uns niemals tolerieren und machen das Miteinander ziemlich schwer. Dieses Thema bietet äußerst interessante Einblicke. Auf den folgenden Seiten finden Sie wissenschaftlich erprobte Übersetzungen und Tipps für den Alltag, um den Liebenden vielleicht etwas mehr Verständnis für das andere Geschlecht schenken zu können.

Vorab eine kurze Zusammenfassung über die Eigenheiten der Geschlechter:

Männer – schätzen es Macht zu haben, Leistung zu bringen, effizient zu arbeiten und kompetente Realisten zu sein. Sie tun ständig Dinge um sich selbst zu beweisen, dass sie etwas können und entwickeln dabei ihre Fertigkeiten und ihre Kraft. Erfüllung finden sie in erster Linie im Erfolg. Das Erreichen von Zielen ist für einen Mann äußerst wichtig, denn es ist seine beste Möglichkeit Kompetenz zu beweisen. Wenn ihm jemand etwas abnimmt, hat er kein gutes Gefühl dabei.

Männer sind stolz darauf Dinge ganz allein zu tun. Dies lässt nun einer Frau begreiflich werden, warum ein Mann sich widersetzt, sobald sie ihn verbessern oder helfen will. Einem Mann ungefragt einen Ratschlag zu erteilen heißt für Ihn, dass man davon ausgeht, dass er es nicht alleine bewältigen kann. Männer behalten ihre Probleme meist für sich, da es als Schwäche empfunden wird, Hilfe anzunehmen. Deshalb ziehen sie sich in schwierigen Zeiten in die Höhle ihrer Gedanken zurück, um eine Lösung zu finden und wirken in ihrer Beziehung oft distanzierter.

Frauen – haben andere Prioritäten, denn sie schätzen die Kommunikation, Beziehungen, Romantik, Liebe und den Sinn für schöne Dinge.

Sie verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit einander zu helfen und Mitgefühl zu zeigen.

Frauen erleben Erfüllung durch Mitteilen und Unterstützung. Anteilnahme und Verständnis stellen Ihre Quelle der Befriedigung dar. Weil es Frauen nicht so wichtig ist ihre eigene Kompetenz unter Beweis zu stellen, gilt es auch nicht als Beleidigung Hilfe anzubieten. Es ist auch kein Zeichen für Schwäche, Hilfe in Anspruch zu nehmen, da es für sie eher ein Kompliment ist. Sie fühlen sich dadurch geliebt und verstanden.

Wenn eine Frau gestresst ist, fühlt sie instinktiv das Bedürfnis über ihre Gefühle und Probleme zu sprechen. Frauen glauben auch fest daran, dass alles noch besser funktionieren kann, selbst wenn es schon gut funktioniert.

Es liegt in ihrem Wesen Dinge zu verbessern, denn Rat und konstruktive Kritik sind für Frauen ein Liebesbeweis. Männer dagegen sind ergebnisorientiert und wenn etwas funktioniert, braucht man es nicht zu verändern.

Der Sprachführer Mann sagt – Frau meint

Frauen haben ein großes Problem mit der Formulierung, da sie meist nicht direkt fragen können und Dinge umschreiben. Das macht es den Männern schwer, die Partnerin zu verstehen.

Hier ein paar wissenschaftliche Hilfsbeispiele:

Was er hört, wenn sie nicht direkt fragt.

Was sie sagen sollte - kurz und direkt:
Holst du bitte die Kinder ab?
Was sie nicht sagen sollte:
Die Kinder müssen abgeholt werden, ich habe dazu keine Zeit.
Was er hört wenn sie indirekt fragt.
Wenn du die Kinder abholen kannst, dann tu es, andernfalls fühle ich mich von dir alleingelassen und entziehe dir meine Zuneigung. (Forderung)

Was sie sagen sollte:
Fegst du bitte den Hof?
Was sie nicht sagen sollte:
Der Hof ist total verdreckt!
Was er hört:
Du hast schon wieder vergessen den Hof zu fegen. Du solltest mehr Verantwortung zeigen. Ich habe keine Lust dich dauernd daran zu erinnern. (Zurückweisung)

Was sie sagen sollte:
Kannst du etwas Zeit erübrigen, um mit mir zu reden?
Was sie nicht sagen sollte:
Wir müssen reden. Was er hört: Es ist dein Fehler, dass wir nicht genug miteinander reden. Du solltest öfter mit mir reden. (Schuldzuweisung)

Wie man einen Mann richtig um Hilfe bittet, ist eigentlich ganz einfach.
Versuchen Sie möglichst immer die W-Wörter zu benutzen.

Hier ein paar Hilfsmittel:

Seien Sie direkt (siehe oben)!
Fassen Sie sich kurz!

Sagen Sie „Würdest du?“ oder „Willst du?“

Wie man einen Mann richtig um Hilfe bittet:
Würdest du die Sachen aus dem Auto holen?
Wie man einen Mann nicht richtig um Hilfe bitten sollte:
Ich habe noch vier Einkaufstüten im Auto. Ich brauche die Sachen, um das Abendessen vorzubereiten. Kannst du sie hereinholen?
Wie man richtig um Hilfe bittet:
Würdest du bitte den Müll ausleeren?
Wie man nicht um Hilfe bitten sollte:
Diese Küche ist ein Schweinestall. In diesen Mülleimer passt nichts mehr rein. Er muss runtergebracht werden. Kannst du das machen?

Die Sprache der Frauen zur Hilfe der Männer.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Auszügen aus dem weiblichen Sprachgebrauch. Die drei häufigsten Beschwerden werden übersetzt, damit jeder Mann ihre wirkliche Bedeutung verstehen kann. In jeder Übersetzung finden Sie Hinweise auf eine mögliche Reaktion, die im Sinne Ihrer Partnerin wäre. Wenn ein Mann einer Frau zuhört und ihre Anfrage „zwischen den Zeilen“ versteht und entsprechend reagiert, wird sie sich verstanden fühlen und somit haben beide ein liebevolleres Leben.

Frau: „Nie gehen wir aus!“
Mann: „Ich habe Lust, wieder einmal auszugehen und etwas mit dir zu unternehmen. Wir haben immer soviel Spaß miteinander. Ich bin gern mit dir zusammen. Was meinst du? Lädst du mich zum Essen ein? Es wird Zeit dass wir mal wieder ausgehen.“
Kommentar: Ohne die Übersetzung könnte ein Mann, wenn die Frau sagt „Nie gehen wir aus“ womöglich verstehen: „Du bist überhaupt nicht bemüht! Was für ein Langweiler aus dir geworden ist! Wir unternehmen nie etwas zusammen! Du bist faul, unromantisch und langweilig!“

Frau: „Ich bin unglaublich müde, ich kann einfach nicht mehr!“
Mann: „Ich hatte heute einen harten Tag. Ich muss mich erst ausruhen bevor ich etwas anderes anfangen kann. Ich bin so froh, dass du bei mir bist. Nimm mich doch einmal in den Arm und sag mir, dass ich meine Sache gut mache und eine Ruhepause verdient habe.“
Kommentar: Ohne diese Übersetzung würde ein Mann womöglich verstehen: “Ich mache immer alles und du machst überhaupt nichts! Du solltest mehr tun. Schließlich kann ich ja nicht alles machen! Ich fühle mich völlig hoffnungslos. Hätte ich doch einen echten Mann geheiratet. Dass ich dich genommen habe war ein Fehler!“

Frau: „Du liebst mich überhaupt nicht mehr!“
Mann: „Ich habe heute das Gefühl, du liebst mich nicht mehr. Ich habe Angst, dass ich dich verletzt haben könnte. Ich weiß du liebst mich, denn ich sehe wie viel du für mich tust. Heute fühle ich mich jedoch ein wenig unsicher. Würdest du mir helfen und mir Sicherheit geben indem du mir die drei magischen Worte sagst. Wenn du das tust, fühle ich mich gleich besser!“
Kommentar: Ohne diese Übersetzung würde ein Mann verstehen: „Ich habe dir die besten Jahre meines Lebens geschenkt und du hast mir gar nichts gegeben. Du hast mich benutzt. Du bist egoistisch und kalt. Du tust nur das, was du willst und nutzt allein dir selbst. Du machst dir aus niemanden etwas. Ich muss ein Idiot gewesen sein dich zu lieben!“

Zum Schluss, wenn wir endlich aufhören würden uns gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben und uns einfach daran erinnern, dass wir anders sind, müssten wir vielleicht nicht sofort an die Scheidung denken. Es gab doch schließlich einmal einen wundervollen Grund warum man sich mit seinen Partner eingelassen hat. Versuchen Sie es einfach.

Buchtipp: Männer sind anders Frauen auch von John Gray.

Jeder Mensch lügt am Tag rund zweihundert Mal. Ein Kind flunkert erstmals im Alter von drei bis fünf Jahren. Es merkt, dass es mit falschen Aussagen oft besser fährt als mit der Wahrheit…

Faszinierend, da unmittelbar jeder von sich behaupten würde, er lüge nicht. Würde ich Ihnen diese Frage stellen, was wäre Ihre Antwort? Und schon wären wir bei der ersten Lüge des Tages. Das glauben Sie nicht? Dann überlegen Sie doch einmal, ob Sie heute dem Nachbarn höflich “Guten Tag” gewünscht haben, obwohl Sie ihm am liebsten einen schlechten gegönnt hätten. Oder haben Sie auf die Frage “Wie geht es Dir?” etwa mit “gut” geantwortet, obwohl Ihnen heute besonders viele Sorgen und Probleme durch den Kopf gehen und der Rücken bei jeder Bewegung schmerzt? Haben Sie schon einmal auf ein Geschenk freudig erregt reagiert, obwohl Sie es scheußlich fanden? Wie häufig wir Notlügen einsetzen, ist uns manchmal gar nicht bewusst.

Oft schummeln wir um andere nicht zu verletzen, vor allem wenn es um die Äußerlichkeiten geht.

Aus Höflichkeit bei Einladungen zum Essen, aus Angst vor Konflikten und um keine Verantwortung tragen zu müssen. Wir lügen unsere Mitmenschen mit einem “Ich melde mich wieder” an, um dem Gegenüber Enttäuschungen zu ersparen.

Wir lügen, weil wir die Missbilligung anderer nicht ertragen können und um freundlicher, klüger und anständiger zu erscheinen.

Die Definition der Lüge

Eine Lüge ist die bewusste Abwendung von der Wirklichkeit. Diese Erklärung definiert bereits den Gegensatz der Lüge, die Wahrheit.

In der mentiologischen Forschung (diese Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen: “mentior” = “lügen” ), unterscheidet man zwischen:

Selbstlüge: Hier bekämpfen wir mit Stress und Überaktivität unsere Angst, beispielsweise vor dem Tod, den wir fälschlich mit Inaktivität gleichsetzen.

Fremdlüge: Damit belügen wir unsere Mitmenschen, wie der Angestellte den Chef, der Schüler den Lehrer, Ehepartner/ innen sich gegenseitig usw.

Kollektivlüge: Dazu zählen die großen politischen Lügen des Faschismus, Kommunismus und Kapitalismus, ebenso wie die suggerierten Trendvorgaben.

Lügen - und dafür können wir das achte Gebot nicht verantwortlich machen – sind seit Menschengedenken verpönt. Trotzdem lügen wir alle das sich die (Stütz-) “Balken” unserer Gesellschaft biegen.

Daher ist es notwendig, gleichfalls ein Ergebnis der Mentiologie, eine moralische Grenze zu ziehen:

Lügen ist erlaubt und auch manchmal nützlich, soweit man mit ihr einem anderen Menschen bewusst keinen Schaden zufügt.

Dieser Alltagsdynamik der (Not-)Lügen kann man sich nicht entziehen.

Unsere Leistungsgesellschaft baut ohnehin von der übertriebenen Werbung bis zur Stellenvermittlung auf den Nutzen kleiner oder auch großer Lügen auf. Doch erfolgt hier normalerweise keine bewusste Schädigung.

Das achte Gebot - Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Ursprünglich bezog sich dieses Gebot auf die Aussage vor Gericht, es betraf also die Rechtssprechung. Der Zeuge musste die Wahrheit sagen, damit kein Unschuldiger zu Schaden kam, sprich sein Leben, seinen Besitz oder seinen guten Ruf verlor. Doch das Gebot kann aktuell sowohl auf die Rechtsprechung, als auch auf das alltägliche Leben bezogen werden, in dem die Rede über den Freund, Kollegen, Nachbarn, Verwandten diesen nicht schädigen, verraten oder verleumden soll. Das im Arbeitsleben stattfindende “Mobben” steht für einen solchen Vorgang der Rufschädigung.

Studien belegen, dass 41 Prozent lügen, um sich jeglichen Ärger zu ersparen, 14 Prozent, um sich das Leben bequemer zu gestalten, 9 Prozent lügen, um anerkannt und geliebt zu werden und 6 Prozent lügen einfach nur aus Faulheit.

Damit müsste selbst der letzte Wahrheitsliebende zugeben das es nun einmal zu unserem täglich Brot gehört, wie das Atmen.

Wie heißt es so schön: „Betrunkene und Kleinkinder sagen meist die Wahrheit“ „Lügen haben kurze Beine“.

Gerade gestern, als ich (selbstverständlich in Zeitnot) an einer Kasse (trotz 10 Meter Schlange war nur eine besetzt) in einem ortsüblichen Lebensmitteldiscounter anstand und darauf wartete, das ich meine 3 Artikel bezahlen darf, geschahen folgende zwei Phänomene fast gleichzeitig:

A) eine zweite Kasse wurde just in dem Augenblick geöffnet, als ich meine Waren schon auf dem Band liegen hatte und B) die Bonrolle musste genau bei dem Kunden vor mir gewechselt werden.

Nebenbei hatten ich auch noch einen Vertreter der Kleingeldwechsler (das sind Menschen, welche bemüht sind, der Kassiererin den Kaufbetrag exakt passend und unter möglichst viel Zeitaufwand Münze für Münze zu überreichen) und einen Verfechter des neuen Pfandsystems („Mir hams gsagt, i ko eus hier abgeben“) vor mir in meiner Warteschlange gehabt, so das ich knapp davor war, mein Mittagessen gleich hier bei der Kasse in dem Supermarkt zu verzehren, da sich die Zeit des Wartens langsam gegen Nachmittag ausweitete.

Geht es nur mir so, oder müssen Bonrollen stündlich gewechselt werden. Wird nur dann eine zweite Kasse aufgemacht, wenn es für mich schon zu spät ist zum Wechseln. Warum geht immer bei mir der Kassiererin die kleinen Scheine aus oder warum fehlt immer an meiner Kasse das ausreichende Kleingeld?

Wahrscheinlich täuscht mich hier mein Verfolgungswahn und ich bin froh nach einer halben Ewigkeit den Laden wieder verlassen zu können.

Jetzt aber spurtig zum Parkautomaten, da die Wartezeit im Supermarkt nicht äquivalent zu meiner bezahlten Zeit steht und hier schnellstens nachgelegt werden sollte. Aber wie so oft steckt die Tücke im Detail. Vor mir einer dieser Auto fahrenden Zeitgenossen, welcher sich noch nie zuvor in seinem Leben mit einem Parkautomaten auseinander setzen musste. Nach gründlichem Studium der ausführlichen (ca. 3 Sätze langen) Bedienungsanleitung, der erfolglosen Suche nach der „Semmeltaste“ und der Jagd nach dem Kleingeld im viel zu großem Portemone, entschied er sich dafür, sein Geld in 60 Minuten parken zu investieren.

So, meine Parkzeit hatte ich verlängert und ich konnte mich zurück an meinen Arbeitsplatz begeben.

Dort angekommen machte ich dann die Bekanntschaft mit dem Telefonwarteschleifenparadoxon.

Dieses verhält sich wie folgt:
Je länger man in einer Warteschleife hängt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, das genau in dem Moment, wenn endlich die Bandansage aufhört, die Leitung getrennt wird und nur noch das Besetztzeichen zu hören ist.

Ergänzung 1:
Wenn der gesamte Anruf durch eine Maschine (sprich: Sprachbenutzerführung) abgewickelt wurde, dann steigt der Quotient um das 10fache.

Ergänzung 2:
Bei kostenpflichtigen Nummern sogar um das 50fache und die generelle Chance mit einem Menschen zu reden sinkt auf 1:100.

Und auch hier im Büro fallen mir all diese Dinge auf:

Es ist immer die eine Akte, welche man benötigt aber nie in diesem Moment findet. Dasselbe gilt für Kaffee, Klopapier oder Büroklammern. Nie da bei Bedarf!

An einem solchen Tag scheint der Feierabend in weiter Ferne und meine Gedanken schweifen ab.

Gerade eben noch vor dem Supermarkt bemerkte ich sofort das dicke Kind, welches sich genüsslich sein Stück Fast Food in den Mund schob. Gefolgt von mehreren Schlückchen Quatsch-Cola (das ist die mit 92% Zuckeranteil) und einem Schokoriegel.

Warum sind es immer die fetten Kinder, die das schlimmste Zeugs essen?

Auch an der Kasse fiel mir schon auf: Da belädt eine Frau mit den Traummaßen eines Öltankers tonnenweise Chips, giftiger Limonade, Weißbrot in Tüten und (wie sollte es anders sein) Türme von Tiefkühlpizzen auf das Band.

Selbstverständlich dabei das quengelnde Kleinkind, welches anscheinend durch den Entzug von Kohlehydraten leidend, noch während des Bezahlvorgangs zielstrebig schreiend nach den Schokoküssen greift. Die mahnenden Worte des Tankers, es gäbe doch gleich Pizza zu Mittag, selbstverständlich ignorierend stopft es sich blitzartig 2 oder 8 Stück der Zuckerschaummasse in den fettenden Mund.

Eine leicht sächselnde und kleinwenig unfreundliche Stimme holt mich schlagartig zurück in den (Büro-)Alltag.

Mein Warteschleifentrauma hat ein Ende und ich spreche mit einem richtigen Menschen. Und das nach nur 11 Minuten kostenpflichtigem Warten. Rekord!

Allerdings wird mir kurz und knapp mitgeteilt, das ich hier keine Hilfe zu erwarten habe und ich sollte mich doch zu den üblichen Geschäftszeiten (es ist gerade 16.01 Uhr) an eine andere (ebenfalls kostenpflichtige) Telefonnummer wenden.

Bevor ich mich allerdings freundlich nach den „üblichen“ Geschäftszeiten erkundigen kann ist die Leitung auch schon wieder tot.

Etwas aus der Fassung gebracht trommle ich auf meine Computertastatur, was einen sofortigen Absturz meines Betriebssystems verursacht.

Selbstverständlich waren weder die Dokumente im Word nach die stundenlang erarbeitete Kalkulation zwischengespeichert und die Arbeit von mehreren Stunden für immer im virtuellen Müllschlucker.

Als ich dann noch meinen kalten Bürokaffe versehentlich auf wichtige Kundendokumente schütte und mir beim Versuch die Blätter zu retten das Telefon in den ebenfalls flüssigkeitdurchtränkten Papierkorb fällt merke ich:

“Das Universum hat heute andere Aufgaben für dich.”

Ich beschließe den Feierabend und beende meinen Arbeitstag.

Am Auto angekommen werde ich noch (kostenpflichtig) daran erinnert, das Parkgebühren stündlich zu entrichten sind und fahre ruhig aber etwas genervt nach Hause.

Das ich an diesem Tag vergessen hatte meine Dachfenster zu schließen und sich aufgrund des Blitzgewitters mit starken Regenschauern meine Wohnung in einen Schwimmingpool verwandelt hatte war nur noch das Pünktchen auf dem I.

Anzumerken sei noch die schwarze Socke in der weißen Kochwäsche, aber die konnte nun den Tag auch nicht mehr verschlimmern.

Alles wird gut!

Was assoziieren Sie mit dem Begriff “Tokio Hotel”? Vom Weinkrampf gebeutelte Teenager, die sich mit Farbstiften die Namen Ihrer Lieblinge auf die Stirn malen? Ich habe mal einen Tag damit verbracht herauszufinden, was hinter diesem neuen Phänomen steckt. Es ist äußerst amüsant mit zu verfolgen, wie sich Fans und Gegner im Internet bekriegen.

Doch wer sind Tokio Hotel? Zunächst könnte man sagen, die Zwillinge Bill und Tom. Dann wären da noch Gustav und Georg. Laut PR-Info trafen sie sich erstmals 2001 und gründeten Tokio Hotel. Nur ein halbes Jahr später spielten sie in vielen Clubs im Raum Magdeburg erste Konzerte. Es dauerte nicht lange, bis die Musikindustrie auf die Band aufmerksam wurde…. Eine Geschichte die gerne so von Zeitungen übernommen wird. Eine Geschichte, die aber nur Teil der Wahrheit ist.

Tokio Hotel ist letztlich nichts anderes als ein perfekt designtes Plastik-Produkt für eine spitze, aber klare Zielgruppe. Was denkt sich eine Plattenfirma, wenn sie sich die Single-Charts der letzten Monate ansieht?

Hits wie Schnappi, Chipz usw. werden in Deutschland nicht mehr von MTV und VIVA gemacht. Nein, der neue Liebling heißt Super RTL, denn die Single Charts werden immer mehr von den 10 – 15 jährigen „Superstars“ dominiert.

Warum? Da kann man nur mutmaßen. Womöglich, weil sie es noch nicht verstehen, sich Ihre Lieblingsmusik zu brennen oder gar aus dem Internet zu besorgen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie die Einzigen sind, die ihren Stars und Sternchen noch richtig verfallen. Also, was denkt sich eine Plattenfirma angesichts einer solchen Entwicklung?

Klar, „Das brauchen wir auch!“. Aber vielleicht war es gar nicht die böse und gemeine Plattenfirma, sondern ein fieses Produzententeam, das laut PR Songwriter Bill nur unterstützt. Doch wer sind diese Produzenten? Menschen, die sich schon mit Produktionen wie „Der kleine Eisbär“ - Soundtrack oder „Star Search - The Kids“ eine „Goldene Nase“ verdienen wollten, es aber nicht wirklich schafften. Sie komponierten u. a. für Patrick Nuo und Marlon. Einer von ihnen ist auch bekannt als Sänger und Songwriter der Boyband Bed & Breakfast (David Jost). Allesamt gewiefte Herren also, die wissen sollten, wie das Geschäft funktioniert.

Für das Erreichen eines neuen Levels ihrer Karriere, der Eroberung des jungen Musikmarktes, überlegten sie sich einen Nummer 1 Hit. Deutsch sollten die Texte sein, da deutsche Bands wie Juli gerade “IN” sind und die Zielgruppe der 10 – 15 jährigen eh nicht so gut englisch spricht. Die Band sollte jedoch cooler sein als alle bisherigen Plastik-Acts. Keine schmierige Boyband, sondern Typen mit Ecken und Kanten, sodass sich auch Jungs nicht schämen müssen, wenn sie etwas mit der Band anfangen könnten.

Zu eckig und kantig dann aber auch wieder nicht, musikalisch sollte es eher in die Poprichtung gehen, sonst verschreckt es die kleinen potenziellen Käufer. Die Texte sollten von Sehnsüchten, der ersten Liebe und etwas Weltschmerz handeln.

Perfekt für den Anfang der Pubertät.

Der HitDurch den Monsun“ war fertig. Ob zum Zeitpunkt des Songwritings schon eine passende Band existiert hat, oder man erst eine suchen musste, kann man nicht sagen. Man wollte beim Projekt „Tokio Hotel“ jedoch einiges anders machen. Keine durch Castings zusammengewürfelte Pseudo-Band sondern echte Musiker, das strahlt Authentizität und Ehrlichkeit aus. Außerdem sehen die Musiker bei potenziellen Auftritten nicht so peinlich aus. Bill kannte man schon. Schließlich war er einst in der Sat.1 Casting Show „Star Search“ mit einem „It’s raining men“ – Cover (welch Realsatire!) durchgefallen.

Irgendwie hat man mitgekriegt, das Kaulitz (Nachname der Zwillinge) seit 2002 eine Band namens Devilish betreiben, mit der sie im Raum Magdeburg bereits einige Auftritte absolvierten.

Die Zwillinge machen schon lange Musik, haben einen Stiefvater, der angeblich auch Musiker ist.

Er hat uns immer Mut gemacht“ so Bill in einem Interview.

Devilish? Das ist doch kein Name für kleine Mädchen. Und die Jungs sehen auch viel zu zahm und ungewöhnlich aus. Zwar hat der eine Dreads, aber insgesamt muss man die noch aufmöbeln. So gab man ihnen Lederklamotten, verpasste ihnen rockige Frisuren und kaufte ihnen T-Shirts, die so aussehen, als könnten sie Rockstars tragen. Der Frontmann -junge sollte das Meisterstück der Produzenten und Marketingleute werden. Eine Priese Gothic, ein bisschen Rock, sowie Gesicht und Frisur eines Manga- oder Anime - Charakters. Dazu der Name Tokio Hotel passend zu den erfolgreichen japanischen Comics.

Das sich die Jungen den Namen nicht selbst ausgesucht haben, kann man wohl an den sympathisch-naiven Erklärungsversuchen des Sängers erkennen:

Hotel – weil wir viel unterwegs sind und deshalb oft in Hotels übernachten, und Tokio steht für unseren Wunsch, viele Länder zu sehen, herumzureisen und eine Menge zu erleben.

Projekt „Tokio Hotel“ war vollendet.

Nun half nur noch Daumen drücken. Doch dank der perfekten Marktanalyse konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Und so stieg “durch den Monsun” auf Platz 1 der Charts ein und Deutschland war um eine nervende Nummer reicher. (Ob wir wollten oder nicht, tut nichts zur Sache)

Die moderne Kommunikation macht vieles leichter. Frauen nicht unbedingt. Mein Handy vibrierte und blinkte, das Display leuchtete auf und signalisierte mir: Kurzmitteilung empfangen von 0175-4285xxx…

Bock mit mir auf eine Party zu gehen?“, stand in der SMS, die von einer jungen Dame abgeschickt worden war, der ich das Wochenende davor meine Nummer zusteckte. Klar hatte ich Lust! Jedenfalls mehr als auf die kalte Pizza und die warme Playstation.

Um 23 Uhr stand mein frisch geduschter Körper und mein leicht benebelter Verstand vor ihrem Haus. Sie öffnete im kurzen Minirock und einem Chiffonhemd die Wohnungstür. „Der Abend beginnt ja interessant“, dachte ich mir.

Auf der Party in dem stillgelegten Schlachthof stürmte sie sofort auf die Tanzfläche. Ich blieb an der Bar und beobachtete, wie ihre Augen jedem männlichem Wesen unablässig Signale zublinkten. Bald bildete sich ein Fleischring von Interessenten um sie, wo jeder einzelne einen global anerkannten Fruchtbarkeitstanz vorführte. Alle 20 Minuten brach Sie aus der Umzingelung, stürzte zu mir an den Tresen und rief: „Rette mich! Die wollen alle was von mir!

Natürlich wollten sie was von ihr, so leicht bekleidet! Um uns herum waren plötzlich nur noch Kerle, die sie mit einem triefenden Blick ansahen, als würde die Dame den Liter Sprit für 39 Cent verkaufen.

Nachdem ich bis 3 Uhr morgens keine Anstalten gemacht hatte, mich zu engagieren, lud sie mich, etwas angetrunken, in ihre Wohnung ein. Noch die letzte Thujon-Limo mit Zucker weggekippt und schon fuhren wir mit dem Taxi zu ihrer Bude. Die ganze volle Fahrt lang erzählte sie mir mit einem gewissen erotischen Unterton, dass diese Nacht noch sehr interessant werde für mich.

Dort angekommen lagen wir auf dem Bett, wo sie den Mini gegen einen Seidenkimono tauschte und mich küsste. Da die junge Dame den ein oder anderen Absinth mit mir zu viel getrunken hatte, landeten ihre Lippen überall in meinem Gesicht, nur nicht auf dem Mund.

In Abständen wanderte ihre Hand in meine Boxershorts. „Ooooch nein!“, flüsterte sie und ließ die Hand wieder wie David Coperfield im Kimono-Ärmel verschwinden. „Sooo gut kennen wir uns nun wirklich noch nicht!“ Wie sie so vor mir lag, war mir, als hörte ich einen von weither kommenden Gesang: „Iiich biin von Kopf bis Fuuuß auf Verarschung eingestellt, denn das ist meine Welt und sonst gaaar niiichts!

Zwei Stunden lang hinderte sie mich mit ihren debilen Fummelspielchen am Einschlafen, dann sprang ich auf und zog mich an. „Nöööö, bleib da!“ schrie sie. OK , runter mit den Klamotten und wieder zurück in ihr Bett.

Unter dem Flug auf die Matratze riss ich ihr (im Matrixstyle) den Kimono runter. „Neeeeiiiin!!!!“, brüllte sie. „Tu es nicht! Ich bin schwer krank!

Schwer krank? Oh ja, das war sie wirklich!

Ein zweites Mal zog ich mich an und ging in stiller Bewunderung für ihre geniale Deeskalationsstrategie.

Eine Woche später sah ich sie in ihrem Auto an der Ampel vor ihrem Hauseingang. Neben ihr saß ein Mann, der naiv lächelte, ganz offensichtlich aus Vorfreude auf eine heiße Nacht. „Geh da um Himmels Willen nicht mit!“, flüsterte ich ihm durchs Beifahrerfenster zu, während sie die Scheibe eilig hochkurbelte. Aber mit einer Sache hatte sie vollkommen recht, es war eine absolut interessante Nacht für mich.

Unzählige Singlebörsen, Computer- und Schlüsselkinder, ignorante Egoisten überall
Das Jahr 2056 Graue Zeitgenossen

Ein Land bevölkert von Egoisten.
Kein Anstand mehr, keine Helden! Die Worte Bitte und Danke sind aus dem Duden gestrichen. Weder alte Menschen noch schwangere Frauen bekommen unaufgefordert einen Platz in Bus und Bahn angeboten. Ignoranz ist so selbstverständlich wie einst das Amen in der Kirche! Frauen werden in der Öffentlichkeit vergewaltigt und es wird schweigend geduldet. Morde geschehen ungestraft am helllichten Tage Hilferufe werden überhört. Das Artikulieren wird als Zeitverschwendung empfunden. Autounfälle werden einfach unbeachtet liegengelassen. Missbrauch und Gesetzesverstöße in allen Variationen werden für immer unbemerkt bleiben. Der Sexualpartner ist eine visuelle Phantasiefigur in 3-D. Der Nachwuchs, erschaffen in Reagenzgläsern. Kontrollchips sind in den Körpern der Menschen eingepflanzt. Niemand möchte /und kann auch nur eine Sekunde seiner kostbaren Zeit opfern und so eilt ein jeder schweigend von A nach B. Einmischen – niemals! Den Superman spielen? Keiner möchte Unannehmlichkeiten oder ein Risiko eingehen. Warum auch, jeder ist sich selbst der Nächste!

Könnte dass unsere Zukunft sein? Oder sind Auszüge davon bereits Bestandteile unserer Gegenwart?

2005 –Tokio
Hier herrscht die größte Selbstmordrate von Kindern und Jugendlichen, die den Druck der karierebesessenen Eltern nicht länger gewachsen sind. Sie finden keine Zeit zum oder werden jemals den Luxus besitzen sich frei zu entfalten. Der Freitot spielt bis heute in der japanischen Gesellschaft eine besondere Rolle. Studenten bringen sich um, weil sie das Examen nicht schaffen, Geschäftsleute aus Schande über einen Bankrott und Angestellte wegen dem Verlust des Arbeitsplatzes. Von den Industrieländern hat Japan die höchste Suizidrate von allen.

Eine Studie des New Yorker Marktforschungsinstitut „Youth Intellingence“ ergab bei 750 Männern im Alter von 18 bis 49 Jahren, dass acht Prozent der männlichen Teilnehmer die Zeit lieber mit Unterhaltungselektronik als mit Sex verbringen würden. Bereits einer von vier Männern (25 Prozent) würde auf einer einsamen Insel die elektronischen Gadgets der Gesellschaft einer Frau vorziehen.

Sind wir beziehungsunfähig geworden?

Ehen werden langsam oder gar nicht eingegangen und falls doch, entscheidungsfreudig wieder geschieden! Das „JA“ in der Kirche wird zu einem baldigen „Nein“! Die  Kommunikation und das Auseinandersetzen mit seinem Partner ist für die meisten Paare energieraubend und unangenehm. Kämpfen, lieben, ehren, respektieren, achten; sind diese Verben zu Mythen geworden? Wird es in 50 Jahren noch so etwas wie „die Goldene Hochzeit“ geben? Einerseits sehnt sich die Menschheit nach der persönlichen Verwirklichung a la Romeo und Julia, doch andererseits stellt sich doch die große Frage ob man sein Leben tatsächlich mit nur einer Person verbringen möchte. Der Reiz nach dem Neuen und Unbekannten ist groß. Die persönliche Bestätigung ob dass Umfeld einen noch attraktiv findet, führt zum Betrug und zu verzweifelten Tränen des hintergangenen Partners. Endlich wieder Single, treibt es einen auf diverse Internetseiten, die dass Verlangen für eine heiße Nacht (aber bitte nicht mehr) stillen kann.

Eltern wo seid Ihr?

Zweijährige starren täglich mehr als zwei Stunden in den Fernseher. Um 22 Uhr sitzen in Deutschland noch 800.000 Kinder im Vorschulalter davor, was für Bilder sie dort zu sehen bekommen ist indiskutabel. Um 23 Uhr sind es noch 200.000 und um Mitternacht immerhin noch 50.000. Jugendliche schauen ab 3,5 Stunden täglich fern. Erwachsene ebenfalls, es sei denn, sie sind arbeitslos: dann sind es 5,5 Stunden täglich. Hervorragende Vorbilder! Unglaublich dass es so viele Erwachsene und Jugendliche gibt, die noch nie ein ganzes Buch gelesen haben. Für was denn auch, Wissen und Bildung kommt doch aus dem TV! Hinzu kommt, dass mittlerweile zehnmal mehr Zeit vor den Bildschirmen verbracht wird als mit körperlicher Bewegung oder mit unseren Mitmenschen.

Wir können es bald Geschichte nennen, rotwangigen Kindern draußen beim spielen zu begegnen. Breit kein Lachen, herumtollen oder Verstecken spielen. Wo sind sie alle? Natürlich zu Hause vor dem PC oder der Gamekonsole, wo sonst. Selbstbeschäftigung nennt man es heute. Denn Freunde, die an der Türe klingeln um einen zum Spielen abzuholen, sind bald so selten zu finden, wie ein wachgeküsstes Dornrösschen und Ihren rettenden Prinzen. Auch die Mahlzeiten werden nicht mit der Familie am Tisch eingenommen, sondern einsam vor den Bildschirm in sich hinein gestopft.

Viele Jugendliche entziehen sich der Realität. Sie leben in einer neuen Form der Gegenwart, der Computerwelt. Diese Heranwachsenden sind der Meinung, dass auf Freundschaften gerne verzichtet werden kann, da diverse Kriegsspiele viel spannender und aufregender seien. Freundschaften zu pflegen hingegen wäre Verschwendung. Schulische Leistungen ziehen extreme Einbusen mit sich und hinzu kommt das soziale Verhalten gegenüber den Mitschülern. Bei Spieldauern ab fünf Stunden bedarf es keiner Verwunderung. Und ob diese Kriegswelt einige Jugendliche kriminell beeinflusst, sei dahingestellt.

Sind dies Resultate unseres neuen Zeitgeistes?

Brutale Handymovies, die von Jugendlichen aufgenommen werden währenddessen sie einen Mitschüler krankenhausreif schlagen. Lehrer die körperlich und seelisch erniedrigt werden. Minderjährige Amokläufer die uns bereits aus den Medien bekannt sind - können wir eines Tages damit rechnen, wenn solche Grenzen bereits überschritten wurden? Können diese Jugendlichen Ihre eigenen Kinder einst zu aufrechten Persönlichkeiten erziehen? Wird es jemals einen Partner für sie geben? Denn wer sich selbst nicht liebt, wird auch keine Liebe weitergeben können.

Haben Sie mal darüber nachgedacht, wie Sie Ihr Leben ändern würden im Falle eines dicken Lottogewinns? Wir reden hier nicht von einem Fünfer mit Zusatzzahl, sondern einem enormen Gewinn, Sechser mit Superzahl und Riesenjackpot, sagen wir: insgesamt 17 Millionen Euro?

Die Frage nach den neuen Chance, die so viel Geld eröffnet, ist die Frage nach Ihrer kompletten Existenz. Ihre wichtigste Antwort ist die auf die Frage, on Sie weiter arbeiten würden, ob Sie genau dem Job, den Sie seit Jahren machen, auch in Zukunft nachgehen wollen. Und wenn Ihre Antwort lauten sollte: “Ja, genau, ich kaufe mir ein größeres Haus und ein schnelleres Auto, ich schenke meinem Kindern eine Ausbildungsversicherung und meiner Frau einen Brilliantring, aber sonst soll mein Leben in den gewohnten Bahnen verlaufen.” - dann sind Sie einglücklicher Mensch. Bei allen anderen wird das anders sein. Alle anderen werden dem ostdeutschen Dramatiker Heiner Müller recht geben, der gesagt hat: “Geld ist immer gut. Geld gibt Freiheit.”

Ja, so ist es, das Vorhandensein von Geld eröffnet zwischen Las Vegas und Bayreuth, zwischen der Suite im Waldorf Astoria und der Loge in der Scala ungeahnte Möglichkeiten der Erfahrungsbereicherung. Geldmangel dagegen schränkt die Dimensionen des Darseins auf Enge, Gereiztheit und Verdruss ein. Vor allem begrenzt die Abwesenheit von Geld die Protestfähigkeit. Weshalb der geniale Regisseur Billy Wilder auch empfahl, jedermann solle “Fuck you money” auf der hohen Kante haben: Nur mit der entsprechenden Barschaft ist man nämlich in der Lage, dem Chef die Sachen hinzuschmeißen. Gut. Dieser rat trifft auf Normalos wie Sie und mich zu. Für Genies gelten andere Regeln und Gesetze. Den exzentrischen Schauspieler Klaus Kinski und den romantischen Dichter Ludwig Tieck zum Beispiel verband eine Eigenschaft: Beide konnten nicht mit Geld umgehen. Was sie gemeinsam haben mit so unterschiedlichen Naturen wie Richard Wagner, Rolf Zacher, oder Rainer Maria Rilke. Und mit schätzungsweise 30 Prozent der Deutschen, die sich Autos, Einbauküchen oder Penthouse - Wohnungen leisten, die sie sich nicht leisten können. Kommt Ihnen bekannt vor? Bitte sehr. Vielleicht nehmen Sie jetzt hier etwas mit für Ihr Leben.

Geld ist immer gut. Geld gibt Freiheit.” Heinz Müller, ostdeutscher Dramatiker

Zum Beispiel können Sie die erste Lektion von einem Genie wie Richard Wagner lernen. Sie lautet: “Sorge dich nicht, mache Schulden!

Nach dieser Devise nämlich lebte er. Wolf Schneider hat ihn den “tückischsten Schnorrer der Kulturgeschichte” genannt, der den schwärmerischen Bayernkönig Ludwig II. erbarmungslos ausnahm. Zuvor aber war er sein halbes Leben lang auf der Flucht vor Gläubigern gewesen - von Königsberg nach Riga, von dort nach London. Während Sie und ich aber wahrscheinlich bei der Überfahrt vor Furcht gezittert hätten, ließ sich das Genie von den Geräuschen des Meeres zum Motiv seines “Fliegende Holländers” inspirieren.

Ich bin Klasse. Wer mir etwas schenkt tut nur seine Pflicht! Lebensphilosophie von Rainer Maria Rilke

Und noch etwas anderes unterscheidet Richard Wagner wahrscheinlich von uns Normalexistenzen. Er empfand Menschen, die ihm Geld liehen, ihn förderten, ihm Gutes taten, als selbstverständlich.

Womit wir bei der Lektion Nummer zwei wären: “Du bist klasse. Wer Dir etwas schenkt, tut nur seine Pflicht.” So sah es wohl auch Rainer Maria Rilke. Der begnadete Dichter konnte sich in seinem Leben nicht von den Tantiemen seiner literarischen Arbeit ernähren, er war angewiesen auf eine Rente seiner Mutter, auf Geldgeschenke von Verehrern, die der weltfremde Literat ohne erkennbares Ungefühl entgegennahm. Für ihn spricht freilich, dass er von diesen Zuwendungen anderen, noch ärmeren Zeitgenossen etwas abgab.

Vielleicht war es auch einfach nur so, dass Rilke für so äußerliche Phänomene wie Geld das Gleich empfand wie sein Dichtervorfahr Ludwig Tieck. Aus dessen Verhalten destillieren wir Regel Nummer drei: “Geld ist kein Thema.”

Indem wir ignorieren, was andere belastet, indem wir mit einem Schulterzucken einen wortlosen Kommentar über alles sprechen, das andere sofort zum erregten Schnattern veranlasst, schaffen wir damit ein Problem aus der Welt.

Tieck benahm sich so, als wäre Geld kein Problem, er ignorierte dessen Bedeutung. Konkret bedeutete das, er lebte über seine Verhältnisse, er pumpte sich Geld von allen, die ihm über den Weg liefen, er verkaufte ungeschriebene Manuskripte gleich an mehrere Verleger.

Er bezog im Wirtshaus mit seiner gesamten Entourage mehrere Zimmer, er speiste und trank aufs Beste, hielt sich zahllose Domestiken - bezahlte keinen Cent und kam am Ende immer damit durch, halb sympathischer Bonvivant, halb asozialer Zechpreller.

Und das bringt uns schon zur vierten Lektion, der des verschärften Kampfes um Knete: “Sei skrupellos.” Diese Lektion lernen Sie vielleicht am besten vom bekannten Schauspieler Rolf Zacher.

Da er früher rauschgiftsüchtig war, musste er täglich an viel Geld für seinen Stoff kommen: “Ich brauchte Stoff für 300 Mark am Tag, und das neun Jahre lang.” Stolz und Scham sind abgemeldet, wenn, wie Zacher im Interview mit dem “Stern” sagt. “die Suchtglocken in deinem Körper bimmeln”.

Doch seine Skrupellosigkeit verbindet er mit geschicktem Einfallsreichtum: “Ich guckte in der Lokalzeitung nach, in welchen Hotels die ganzen Promis wohnten, dich ich kannte. Bei denen bin ich dann regelmäßig um einen Schein vorstellig geworden. Was sollten Sie auch sagen, denen war ja schon das Gespräch peinlich.”

In eine kaum weniger schlimme Abhängigkeit begibt sich der Spielsüchtige. Fjodor Michailowitsch Dostojewski hat ihn nicht nur eindrucksvoll beschrieben - er selbst war von dieser Sucht besessen.

Von 1862 bis 1865 bereiste er Europa und verspielte an den Roulettetischen von Wiesbaden, Baden-Baden und Bad Homburg hohe Summen. Als er zwei Jahre später vor seinen Gläubigern nach Europa floh, ergab er sich abermals dem Spiel, trotz hoher Gewinne erhob er sich meist erst vom Tisch, wenn alles fort war. Und wenn es nicht reichte, setzte er stundenlang auch kleine Summen, etwa vom Verkauf eines Kleides seiner Frau.

Während Sie und ich am Ende solcher Glücksspielradikalität wahrscheinlich nur noch ein Häufchen Elend gewesen wären, machte Dostojewski etwas Produktives daraus. In nur 26 Tagen diktierte er seinen Roman “Der Spieler” hinunter, der die Zeiten überdauert hat. Nicht jeder, der sich solcher Sucht ergab oder bei einer Glückssträhne mit dem Geld um sich warf, war so produktiv. Womit wir zu unserer fünften Lektion kommen: “Achtung, Geld kann abhängig machen!

Als Trainer zum Geldausgeben eignet sich auch der schwedische IKEA-Gründer Ingvar Kamprad, 81. Er ist sicherlich einer der reichsten Männer der Welt, aber er arbeitet noch immer, besucht seine Filialen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, fährt ein gebrauchtes Auto, selbstverständlich einen Volvo und kauft sein Obst nur nachmittags, denn da ist es günstig.

So wie bei Klaus Kinski. Der Mann war ein Schauspielergenie und ist mit seinen Rollen in den Werner-Herzog Filmen wie ” Fitzcarraldo” oder “Aguirre, der Zorn Gottes” bis heute unvergessen, aber er hat sich auch in finanzielle Abhängigkeiten begeben, die ihn in B-Streifen wie “Mein Name ist Karate Jack” auftreten oder den unsäglichen Edgar-Wallace-Streifen der Sechzigerjahre den gruseligen und verdächtigen Hausangestellten geben ließ.

Achtung, Geld kann abhängig machen!

Sein Kumpel Ingo Insterburg erinnert sich: “Mit Geld konnte Kinski überhaupt nicht umgehen, bei den Edgar Wallace-Filmen ließ er sich immer einen üppigen Vorschuss auszahlen, den er dann auf den Kopf haute. Deshalb musste er einen Film nach dem anderen drehen. Er hat sich gern große Autos bestellt. Einen Rover oder einen Zwölfzylinder - Jaguar.”

Und wo wir gerade beim Jaguar sind: Der Sänger Abi Ofarim, der mit seiner Frau Esther in den Sechzigerjahren unfassbar populär war, hat auf dem Höhepunkt von Ruhm und Kontostand mal eben einen Jaguar verschenkt, weil der eine Panne hatte.

Woraus sich sehr gut die Lektion sechs herleiten lässt: “Auch wenn es Geld regnet - bleibe auf dem Teppich.” Die wirklich großen Vermögen sind nicht in Jaguars und Porsches gesteckt worden, sie sind aus einer jahrzehntelangen Kontinuität der Sparsamkeit entstanden oder der einfachen Philosophie Ignatz Bubis`gefolgt, der einmal die goldenen Worte gesprochen hat: “Reich geworden bin ich nicht durchs ausgeben, sondern durchs behalten.” Man kann es auch anders ausdrücken: “Das Geld, das du ausgibst, bringt keine Zinsen.”

Aber darin liegt sicherlich die größte Herausforderung für alle Menschen, die jung und plötzlich zu Geld kommen, vor allem Fußballspieler der Ersten Bundesliga, die sich von heute auf morgen einer Kultur der Geldverschwendung ausgesetzt sehen, in der es ungeheuer wichtig ist, was für eine Uhr man trägt oder welches Auto man fährt. Es wäre gut, würden die vereine diesen jungen Männern ein paar Trainingseinheiten im Geldausgeben spendieren.

Dort könnte dann zum Beispiel der schwedische IKEA-Gründer Ingvar Kamprad, 81, auftreten. Er ist sicherlich einer der reichsten Männer der Welt, aber er arbeitet noch immer, besucht seine Filialen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, fährt einen gebrauchten Volvo und kauft sein Obst nachmittags, da ist es am billigsten.

Gut, das ist vielleicht etwas übertrieben. Geld ist nicht alles, und Geiz ist eine Eigenschaft, die das Leben weniger schön macht. Unbedingt sollte aber, wer zu Wohlstand kommen will, die tröstende Wirkung des Geldes bedenken. Einer, der das wissen muss, ist Heino: “Wenn irgendwo ein Verriss steht, frage ich bei der Bank nach meinem Kontostand. Das bringt die Seele wieder ins Lot.”

Der Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski verspielt von 1862 bis 1865 ein vermögen und schrieb, als er 2 Jahre später vor seinen Gläubigern floh, in nur 26 Tagen in einem Hotelzimmer den zeitlosen Roman “DER SPIELER“!

Im laufe eines Lebens, steht man oft vor Entscheidungen, die gefällt werden müssen oder sollten. jetzt gibt es die Sorte Mensch, die nicht lange fackelt und die Anderen, die Angst haben falsch abzubiegen.

Der großteil holt sich lieber mehrere Meinungen ein und verbringt die Nächte mit Befragungsstunden an das eigene Ich. Oft vergehen Tage und manchmal sogar Monate ehe das anstehende Problem gelöst wird und manche ändern es auch nie.

Der Nachteil dieser Unentschlossenheit ist die innere Unruhe. Eine Art Päckchen welches man mit sich herumträgt, mit dem man morgens aufwacht und mit dem man nachts zu Bett geht. MAnch einen hat das auch schon krank gemacht.

Ich habe mich bei Entscheidungsfragen schon oft dabei ertappt, dass mir mein Bauch sofort die richtige Entscheidung signalisiert hat, ich jedoch immer meinen Kopf zu Rate gezogen habe und dies meist zu Verzögerungen, Verwirrungen und Unsicherheit geführt hat.

Wir sind uns doch einig, das dass Leben viel zu kurz ist um es als Packesel zu verbringen. Der unnötige Ballast und die negativen Energien, sollten immer ganz schnell abgegeben beziehungsweiße gelöst werden und das ohne Angst einen Fehler zu begehen.

Denn Fehler sind nichts Schlimmes, sondern dazu da um zu wachsen, zu lernen und vor allem um zu seinem Handeln zu stehen.

Doch wenn man sich weder für links noch für rechts entscheidt, kann es ganz schnell passieren, dass jede Ausfahrt an einem vorbeizieht.

Bis zum nächsten mal…

Euer Infohammer

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