Bestimmt hat jeder von euch schon irgendwann einmal Alkohol getrunken. Vielleicht nicht nur, weil er geschmeckt hat, sondern auch aus vielen anderen Gründen. Alkohol kann, in geringen Mengen konsumiert, sicherlich positive Wirkungen haben, jedoch überwiegen die negativen Begleiterscheinungen und diese werden oft nicht gesehen.
Einige statistische Fakten:

42.000 Todesfälle sind in Deutschland jährlich im Zusammenhang mit Alkohol zu beklagen. Geschätzte 4,3 Millionen Bürger sind alkoholabhängig. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher und berücksichtigt nicht die trockenen Alkoholiker. Rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Rund sieben Prozent aller Straftaten in Deutschland werden unter Alkoholeinfluss begangen. Jede sechste Kündigung in Deutschland erfolgt auf Grund von Alkoholmissbrauch.

Danach beginnt für viele der freie Fall mit sozialem Abstieg, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Verwahrlosung und extremer Alkoholabhängigkeit bis hin zum körperlichen Verfall. Ein Teufelskreis!

Auch wenn die Problematik in der breiten Öffentlichkeit nicht als solche wahrgenommen wird: Alkohol ist die „Volksdroge Nr. 1“.

Beispiel “Binge-Drinking” (Quelle: Uni Stuttgart)

Mit “Binge-Drinking” bezeichnet man ein Risikomuster des Alkoholkonsums, das nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit in den vergangenen Jahren gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen besorgniserregend zunimmt: “Binge-Drinking”, am besten zu übersetzen mit „Rausch-Trinken“, liegt dann vor, wenn mehr als z.B. 3 Pils oder 2 Gläser Wein hintereinander getrunken werden.

Alkoholkrank wird man nicht von heute auf morgen, die Krankheit entwickelt sich schleichend. Kritisch kann es werden, wenn Alkohol beim Essen und bei der Freizeitgestaltung einfach dazugehört und nicht mehr wegzudenken ist, oder wenn bei psychischen und sozialen Belastungen getrunken wird.

Ein Anzeichen für die Gefahr ist auch, wenn die alleinige Vorstellung, abstinent sein zu müssen, Sorgen bereitet oder wenn man sich erst nach ein paar Gläsern richtig ausgeglichen und wohl fühlt.

Nicht immer fallen die Betroffenen durch häufige Rauschzustände auf. Eine Alkoholkrankheit ist auch nicht immer sofort feststellbar. Die Krankheit verläuft oft über Jahre hinweg und wird von den Erkrankten meist geleugnet, da ihnen die Schwere nicht bewusst ist. Bei Konfrontation mit ihrer Alkoholproblematik reagieren Betroffene sehr häufig aggressiv, das heißt, sie werten das ihnen Gesagte als Vorwurf oder Angriff. Erst wenn sich die Folgen der Sucht nachhaltig zeigen, besteht gute Aussicht, dass der Betroffene Hilfe annimmt.

Ab diesem Moment hat eine Therapie gute Chancen. Dieser Zeitpunkt ist für einige der Betroffenen auch der so genannte “persönliche Tiefpunkt”, bei dem ein Weg aus der Abhängigkeit noch möglich ist. Hört der Alkoholkranke schließlich mit dem Trinken auf, beginnt ein langwieriger Prozess, der durch Rückfälle häufig unterbrochen sein kann. Trinken Alkoholkranke stunden- oder tagelang keinen Alkohol, stellen sich bei ihnen körperliche Entzugserscheinungen ein. Das reicht je nach Krankheitsstadium von Schlafstörungen, Zittern, starkem Schwitzen und Kreislaufproblemen bis hin zu Halluzinationen und epileptischen Anfällen. Eine der schlimmsten Folgen, das „Delirium Tremens“, kann bei einem Kreislaufzusammenbruch sogar zum Tod führen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Trinkgewohnheiten und Abhängigkeitsgraden:

Der Erleichterungstrinker benötigt größere Mengen Alkohol in Konfliktsituationen.
Er ist psychisch abhängig.

Der Gelegenheitstrinker trinkt nur zu „besonderen Anlässen“ wie auf Feiern, im Vereinsheim oder im Urlaub. Er ist nicht abhängig, jedoch hochgradig gefährdet.

Der Gewohnheitstrinker trinkt kontinuierlich und erlebt dabei meist keine Rauschzustände mehr. Er ist körperlich abhängig. Lässt der Alkoholspiegel nach, kommt es sehr schnell zu Entzugserscheinungen.

Der Quartalstrinker trinkt zu „besonderen Gelegenheiten“ oder bei Konfliktsituationen. Im Gegensatz zum Konflikt- und Gelegenheitstrinker verfällt er jedoch in mehrtägige Trinkexzesse mit einem enormen Alkoholverbrauch. Er ist psychisch abhängig, kann aber dennoch über Wochen abstinent bleiben.

Der Spiegeltrinker hat ständig Alkohol im Blut und in seiner Nähe. Ohne geht es nicht, er setzt aber alles daran, nicht auffällig zu werden, was ihm auch sehr oft gelingt. Er legt Alkoholvorräte an und versteckt diese.

Der abhängige Trinker kann seinen Konsum nicht mehr kontrollieren. Er kann zwar kurzzeitig verzichten, gewöhnt sich jedoch an immer größere Mengen. Somit geht die psychische Abhängigkeit zunehmend in die körperliche über. Alkohol soll ein Genussmittel sein. Sicher ist jedoch: Sollten Spirituosen erst jetzt erfunden werden, müsste der flüssige Stoff sofort unter das Betäubungsmittelgesetz allen und wäre somit verboten.

Anmerkung der Redaktion: Die Leistung des menschlichen Gehirns lässt mit steigender Promillezahl deutlich nach. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass schon ab 0,2 Promille die Wahrnehmung für Lichtquellen erheblich verändert ist und die Risikobereitschaft steigt. Also gilt auch bei kleinen Mengen: „Don`t drink & drive“